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7. Februar 2010
Sufjan Stevens - The predatory wasp of the palisades is out
I can't explain the state that I'm in
The state of my heart, he was my best friend
Into the car, from the backseat
Oh, admiration in falling asleep
All of my powers, day after day
I can tell you, we swaggered and swayed
Deep in the tower, the prairies below
I can tell you, the telling gets old
Terrible sting and terrible storm
I can tell you the day we were born
My friend is gone, he ran away
I can tell you, I love him each day
Though we have sparred, wrestled and raged
I can tell you, I love him each day
Terrible sting and terrible storm
I can tell you
17. Januar 2010
Unnützes Wissen
Einen Tag im Sommer 2008 ging ich spazieren mit Louis. Die Sonne schien sehr schön, es war warm und wir spazierten am Strand entlang, in Grønninghoved. Wir gingen um die Bucht, bis nach Binderup und dort die Straße hinauf, in den Wald.
Louis schnupperte gelassen aber interessiert umher, wie es seine Art zu sein pflegte.
Manchmal blieb er stehen, roch noch mal an einem Flecken Erde und erinnerte mich dabei immer an jemanden, der über einen interessanten Artikel in der Zeitung stolpert.
In Dänemark sieht man es nicht so gerne, wenn die Hunde ohne Leine umher laufen, darum hatte ich ihn an der alten Lederleine, die man ganz lang machen kann. Ich ging so den Weg entlang, liess den Blick von dem Hang hinab auf die kleine Siedlung und das Wasser der Ostsee schweifen. Der Horizont. Ich hing meinen Gedanken nach, schaute den Hund an, liess die Leine schleifen.
Auf einmal setzte Louis sich hin und wollte nicht weiter gehen. Das hat er noch nie gemacht.
Wir waren schon eine Weile unterwegs, aber so lange, dass er zu erschöpft zum weitergehen gewesen wäre, nun auch nicht. Er sah nicht erschöpft aus. Er hechelte nicht einmal. Er saß einfach da und schaute mich an und wollte nicht weiter gehen. Er zitterte auch nicht. Das tat er, wenn er angst hatte. Und manchmal hatte er angst im Sommerhaus, wenn die Jäger auf Kaninchenjagd waren und rumballerten. Aber dafür war nicht die Saison und er hatte vor dem Knallen Angst, nicht vor dem Wald. Louis war kein sturer oder trotziger Hund. Er war ein sehr freundlicher, friedlicher Hund, ein Diplomat, der keinen Streit wollte, aber immer noch seinen eigenen Kopf hatte.
Als er da saß und mich anblinzelte und nicht weiter wollte, hab ich ihn gefragt, warum. Er hat mir durch nichts zu verstehen gegeben, was der Grund war. Er saß einfach da.
Also habe ich ihm versprochen, dass nichts passieren wird und ihn gebeten, mit zu kommen. Ich hab ihm auch erklärt, dass ich ihn nicht von der Leine nehmen kann und warum.
Da stand er auf und kam mit, als hätte ich ihn überzeugt.
Louis ist überall mit mir hingekommen.
Louis war mein bester Freund. Und all die Dinge, die ich von ihm weiß, sind jetzt unnütz, weil mein bester Freund gestern gestorben ist. Dass ich weiß, wie man Louis eine Freude macht, dass er gerne Schnee mag, dass er ungern in den Keller geht, dass er gerne knackiges Gemüse mag, wie Gurken oder ein Blatt frischen Salat, dass er es mag, wenn man ihm das Fell bürstet, dass er am liebsten Wasser aus dem Wasserkocher trinkt, seit gestern sind all diese Sachen kein Wissen mehr, sondern Erinnerungen.
Ich bin sehr traurig und vermisse meinen lieben Louis. Ich habe keine Worte.
Ich habe ihn nur immer noch sehr lieb.
Louis schnupperte gelassen aber interessiert umher, wie es seine Art zu sein pflegte.
Manchmal blieb er stehen, roch noch mal an einem Flecken Erde und erinnerte mich dabei immer an jemanden, der über einen interessanten Artikel in der Zeitung stolpert.
In Dänemark sieht man es nicht so gerne, wenn die Hunde ohne Leine umher laufen, darum hatte ich ihn an der alten Lederleine, die man ganz lang machen kann. Ich ging so den Weg entlang, liess den Blick von dem Hang hinab auf die kleine Siedlung und das Wasser der Ostsee schweifen. Der Horizont. Ich hing meinen Gedanken nach, schaute den Hund an, liess die Leine schleifen.
Auf einmal setzte Louis sich hin und wollte nicht weiter gehen. Das hat er noch nie gemacht.
Wir waren schon eine Weile unterwegs, aber so lange, dass er zu erschöpft zum weitergehen gewesen wäre, nun auch nicht. Er sah nicht erschöpft aus. Er hechelte nicht einmal. Er saß einfach da und schaute mich an und wollte nicht weiter gehen. Er zitterte auch nicht. Das tat er, wenn er angst hatte. Und manchmal hatte er angst im Sommerhaus, wenn die Jäger auf Kaninchenjagd waren und rumballerten. Aber dafür war nicht die Saison und er hatte vor dem Knallen Angst, nicht vor dem Wald. Louis war kein sturer oder trotziger Hund. Er war ein sehr freundlicher, friedlicher Hund, ein Diplomat, der keinen Streit wollte, aber immer noch seinen eigenen Kopf hatte.
Als er da saß und mich anblinzelte und nicht weiter wollte, hab ich ihn gefragt, warum. Er hat mir durch nichts zu verstehen gegeben, was der Grund war. Er saß einfach da.
Also habe ich ihm versprochen, dass nichts passieren wird und ihn gebeten, mit zu kommen. Ich hab ihm auch erklärt, dass ich ihn nicht von der Leine nehmen kann und warum.
Da stand er auf und kam mit, als hätte ich ihn überzeugt.
Louis ist überall mit mir hingekommen.
Louis war mein bester Freund. Und all die Dinge, die ich von ihm weiß, sind jetzt unnütz, weil mein bester Freund gestern gestorben ist. Dass ich weiß, wie man Louis eine Freude macht, dass er gerne Schnee mag, dass er ungern in den Keller geht, dass er gerne knackiges Gemüse mag, wie Gurken oder ein Blatt frischen Salat, dass er es mag, wenn man ihm das Fell bürstet, dass er am liebsten Wasser aus dem Wasserkocher trinkt, seit gestern sind all diese Sachen kein Wissen mehr, sondern Erinnerungen.
Ich bin sehr traurig und vermisse meinen lieben Louis. Ich habe keine Worte.
Ich habe ihn nur immer noch sehr lieb.
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