24. Januar 2010

Informationen für Braucher.

Es gibt ja übrigens Gebrauchsgüter und Verbrauchsgüter.
Der Unterschied ist leicht erklärt. Eine Tasse ist ein Gebrauchsgut, weil man sie einmal kauft, aber häufiger verwenden kann. Der in der Tasse befindliche Tee ist ein Verbrauchsgut, denn einmal aufgebrüht und getrunken lässt er sich nicht wieder verwenden, er ist: verbraucht.

22. Januar 2010

Voll schön!

Diesen Artikel vom spiegel, den mein Kumpel C verlinkte, finde ich aus mehreren Gründen total schön! Wie einige von euch, die mich kennen, wissen, bin ich mit mathematischen Fähigkeiten am unteren Durchschnittsbereich gesegnet. Komplizierte Rechenexperimente verlieren mich bereits bei dem ersten ∆ oder π oder was weiß ich. Für den von mir angestrebten Beruf sei das nicht so wichtig, dachte ich auch immer und erntete damit oftmals besorgte Blicke, die sagen wollten: Mathematik ist immer wichtig, sie macht dich zu einem kompletteren Menschen und wenn du keine Kurvendiskussion führen kannst, ist es mit deinen Debattenskills jawohl auch nicht so weit...
Pah! Wenn jemand von einem "klaren Votum" spricht und damit meint, 77% bei einer Wahlbeteiligung von 42% antworten auf die Suggestivfrage, ob sie gerne möchten, dass der "Stadtteil |...| mit Ikea 'nachhaltig belebt und attraktiver' werde", mit Ja, dann, meine lieben Freunde, sieht das doch so aus, als bräuchte ich nicht einmal mehr die Fähigkeit, gerade aus zu gucken, um eine glückliche Journalistin zu werden!
"Klares Votum in Hamburg"? Da sieht man mal, wie sehr man in der Hansestadt an Nebel gewöhnt ist.
Einziger Nachteil ist halt, dass ich keinen Bock hätte, so zu arbeiten und eigentlich voll gerne gerade aus gucke und offenbar bereits überqualifiziert bin, weil ich weiß, dass 77% von 42% nur 32,34 % der gesamten Bevölkerung sind. Und ich hätte auch noch mal gefragt, in welchem zeitlichen Rahmen die Umfrage denn geführt worden ist, denn eine Wahlbeteiligung unter 50%? Auch für Stadtteilfragen nicht besonders viel.
Mann, ey. Das bringt doch alles keinen Spaß mehr.

Rifbjerg schreibt viel über Sex. Rilke tat das auch. Nur nicht so roh.

Einsamkeit

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen... 



Verfasst von Rainer-Maria Rilke am 21.09.1902 in Paris. Steht hier zumindest.
Im übrigen ist die Kombination Element of Crime, Rilke-Gedichte und der rührende Besucherzähler dieser hausgemachten Gedichteseite fast schon zu schön.
Als sei die Welt kein fürchterlicher Ort, voll mit Hektik, Lärm und Tod. 

17. Januar 2010

Unnützes Wissen

Einen Tag im Sommer 2008 ging ich spazieren mit Louis. Die Sonne schien sehr schön, es war warm und wir spazierten am Strand entlang, in Grønninghoved. Wir gingen um die Bucht, bis nach Binderup und dort die Straße hinauf, in den Wald.
Louis schnupperte gelassen aber interessiert umher, wie es seine Art zu sein pflegte.
Manchmal blieb er stehen, roch noch mal an einem Flecken Erde und erinnerte mich dabei immer an jemanden, der über einen interessanten Artikel in der Zeitung stolpert.
In Dänemark sieht man es nicht so gerne, wenn die Hunde ohne Leine umher laufen, darum hatte ich ihn an der alten Lederleine, die man ganz lang machen kann. Ich ging so den Weg entlang, liess den Blick von dem Hang hinab auf die kleine Siedlung und das Wasser der Ostsee schweifen. Der Horizont. Ich hing meinen Gedanken nach, schaute den Hund an, liess die Leine schleifen.
Auf einmal setzte Louis sich hin und wollte nicht weiter gehen. Das hat er noch nie gemacht.
Wir waren schon eine Weile unterwegs, aber so lange, dass er zu erschöpft zum weitergehen gewesen wäre, nun auch nicht. Er sah nicht erschöpft aus. Er hechelte nicht einmal. Er saß einfach da und schaute mich an und wollte nicht weiter gehen. Er zitterte auch nicht. Das tat er, wenn er angst hatte. Und manchmal hatte er angst im Sommerhaus, wenn die Jäger auf Kaninchenjagd waren und rumballerten. Aber dafür war nicht die Saison und er hatte vor dem Knallen Angst, nicht vor dem Wald. Louis war kein sturer oder trotziger Hund. Er war ein sehr freundlicher, friedlicher Hund, ein Diplomat, der keinen Streit wollte, aber immer noch seinen eigenen Kopf hatte.
Als er da saß und mich anblinzelte und nicht weiter wollte, hab ich ihn gefragt, warum. Er hat mir durch nichts zu verstehen gegeben, was der Grund war. Er saß einfach da.
Also habe ich ihm versprochen, dass nichts passieren wird und ihn gebeten, mit zu kommen. Ich hab ihm auch erklärt, dass ich ihn nicht von der Leine nehmen kann und warum.
Da stand er auf und kam mit, als hätte ich ihn überzeugt.
Louis ist überall mit mir hingekommen.
Louis war mein bester Freund. Und all die Dinge, die ich von ihm weiß, sind jetzt unnütz, weil mein bester Freund gestern gestorben ist. Dass ich weiß, wie man Louis eine Freude macht, dass er gerne Schnee mag, dass er ungern in den Keller geht, dass er gerne knackiges Gemüse mag, wie Gurken oder ein Blatt frischen Salat, dass er es mag, wenn man ihm das Fell bürstet, dass er am liebsten Wasser aus dem Wasserkocher trinkt, seit gestern sind all diese Sachen kein Wissen mehr, sondern Erinnerungen.
Ich bin sehr traurig und vermisse meinen lieben Louis. Ich habe keine Worte.
Ich habe ihn nur immer noch sehr lieb.

11. Januar 2010

Onein Onein!

Der ominöse Ohrwurm ist erneut aus seinem Apfel gekrochen, um eine Synapse zum Explodieren zu bringen, mit genau diesem geilen Dance-Track!

10. Januar 2010

Rettung durch OK GO

Es gibt doch dieses Zitat, von wegen, es müsste immer Musik da sein. Aus dem Film "Absolute Giganten". Das geht so, für die 2,4 Personen, die diesen Film vielleicht noch nicht gesehen haben:

"Es müsste immer Musik da sein, bei allem, was du machst. Und wenn's so richtig scheiße ist, ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo's am allerschönste n ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment."