Einsamkeit
Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.
Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:
dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen...
Verfasst von Rainer-Maria Rilke am 21.09.1902 in Paris. Steht hier zumindest.
Im übrigen ist die Kombination Element of Crime, Rilke-Gedichte und der rührende Besucherzähler dieser hausgemachten Gedichteseite fast schon zu schön.
Als sei die Welt kein fürchterlicher Ort, voll mit Hektik, Lärm und Tod.
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